HINTER DEN KULISSEN
Wie kommt das Bild auf die Leinwand?
Was, der Film wird noch immer auf 35mm-Material gezeigt?
Ja – allen Zweifeln zum Trotz schieben wir keine Kassette oder DVD in ein Laufwerk, um einen Film zu zeigen.
Bis ein Film zur Aufführung gelangt, ist es ein ganz schönes Stückchen Arbeit. Eine Filmkopie in der Regel mittwochs nachts im Karton angeliefert. Die neuen Filme werden vom Filmverleih durch eine Filmspedition angeliefert. Manchmal kommt ein neuer Film auch erst per Sonderfahrt am Donnerstag.
Speziell im Winter bei schlechten Witterungsverhältnissen mussten wir schon manchmal zittern, ob eine Filmkopie rechtzeitig zur 20-Uhr-Vorstellung eintrifft.
Ist die Kopie schon da?“, das war auch schon bei mancher 23.59 Uhr Vorpremiere oft eine bange Frage. Einige Male sind wir schon selbst dem Spediteur entgegengefahren, um ein zu spätes Eintreffen zu verhindern.
Beim Eintreffen der Filmkopie wird dann diese erst einmal auf Vollständigkeit geprüft. Im Normalfall werden dann die neuen Filme am Donnerstag ausgepackt.
Eine Kopie besteht aus einzelnen Akten, welche dann zusammengeklebt werden müssen.
In der Regel sind dies ca. 5-6 Akte, welche in Filmdosen verpackt sind. In jeder dieser Dosen befindet sich ein Teil des Films, aufgeteilt in sogenannte "Akte", von
denen jeder ca. 600 m lang ist. Dann sind das
ca. 2 Stunden Film in einem Filmkarton. Natürlich gibt es auch noch längere Filme, welche
dann in zwei Kartons angeliefert werden (z.B. „Herr der Ringe“). Wird ein Film am Mittwoch
abgesetzt, so muss er wieder "auseinandergeschnitten" und eingepackt werden.
Das Ein- und Auspacken eines Filmes benötigt je nach Filmlänge ca. 30-45 Minuten Zeit.
Eine Filmkopie wiegt ca. 20-30 kg.
Diese einzelnen Akte müssen natürlich in der richtigen Reihenfolge aneinandergeklebt werden. Ansonsten - und das wäre peinlich, steht der soeben getötete Bösewicht im nächsten Akt wieder lebendig da.
Ein kompletter Hauptfilm, welcher etwa zwei Stunden und 3.500 m lang ist, bringt es dann mit "Vorprogramm" (Kinowerbung und Filmankündigungen, sogen. „Trailer“) auf fast 4 km Film. In den Filmkartons liegen, falls in DTS erhältlich, auch die CD-ROMS mit dem Datentrack des Filmtons bei. Bei DOLBY DIGITAL befindet sich der Ton direkt mit dem Bild auf der Filmkopie.
Die zusammengeklebten Akte werden gemeinsam auf den sogenannten Spulenturm aufgespult. Dies geschieht bereits beim Film richten. Die Filmabspielmöglichkeit Spulenturm und Filmteller (dort liegt dann der Film waagrecht auf einem Teller) hat zu der Filmvorführung vergangener Tage einige Vorteile.
Der Film ist heute bei uns in kompletter Länge, also an einem Stück, auf einer großen 4000 m Filmspule aufgerollt.
Noch vor ca. 25 Jahren wurde der Film entweder mit 600m- oder 1800m-Filmspulen vorgeführt. Somit musste damals der Filmvorführer entweder nach jedem einzelnen Akt oder nach 3 Akten abwechselnd „überblenden“ d.h. die Filmvorführung musste an zwei Projektoren erfolgen.
Am Ende eines jeden Filmaktes sind auch noch heute sogenannte „Überblendepunkte“ einkopiert. Beim 1. Filmprojektor lief dann der 1. Akt (oder Filmrolle), der Vorführer stand dann an der 2. Maschine und startete diese beim ersten auf der Leinwand sichtbaren Punkt (in dieser Zeit lief dann bei Maschine 2 das berühmte 10, 9, 8... herunter), beim 2. Überblendpunkt zündete er dann den Xenon-Kolben (unsere etwas größere Glühlampe“) und dann lief der 2. Teil auf Maschine 2 usw...
Die Überblendpunkte kann man auch noch bei alten Filmen im Fernsehen noch gut sehen! Der Nachteil dieser alten Vorführweise war jedoch, dass in jedem Saal ein eigener Vorführer im Dienst sein musste. Heute kann im KKK ein Filmvorführer im 15 Minuten Abstand (Filmwerbung) unsere zwei Säle alleine bedienen. Nach Ende der Vorstellung muss allerdings der komplette Film wie bei einer „Kassette“, sofern man noch Musikkassetten benutzt, auf Anfang zurück gespult und neu in den Filmprojektor eingelegt werden. Dies ist im Vergleich zum Endlos-Filmteller ein Nachteil, da der Rückspulvorgang ca. 8-10 Minuten Zeit bedarf.
Das Filmmaterial war zu Beginn der „Kinematographie“ (Kino) bis in die 60er Jahre auf Tri-Acetat. Und das hatte leider den gravierenden Nachteil, dass dieses brennbar war. In dieser Zeit durfte die Filmprojektion nur von staatlich geprüften Filmvorführern vorgenommen werden. Die Vorführraume zu den damaligen Zeiten mussten viele brandschutztechnische Zusatzausstattungen wie z.B. Brandschutztrommeln um die Filmrollen, Brandschutzklappen an den Projektionsfenstern haben, welche magnetisch ausgelöst heruntergefallen sind, wenn ein Brand oder Filmriss vorgekommen ist.
In dieser Zeit sind einige Kinos in Deutschland und der Welt verursacht durch das Brennen von Filmmaterial buchstäblich abgebrannt. Später kam dann der NON-FLAMM-Film (Sicherheitsfilm) d.h. bei Hitzeeinwirkung brannte das Material nicht mehr, sondern schrumpfte nur in sich zusammen. Leider hatte auch dieses Material immer noch seine Nachteile, so musste der Film damals noch zeitaufwendig mit „Filmkitt“ nass geklebt werden und war leicht reißbar. Also entweder ging eine „alte“ Klebestelle durch Ermüdung des Klebstoffes oder durch eine schlecht gemachte Klebung „von selbst“ auf, oder der Film riss durch leicht entstehende Beschädigungen durch das mechanische Abspielen durch den Filmprojektor. Dies kommt heute höchst selten vor.
Heute ist das Filmmaterial fast ausschließlich aus Polyester (Kunststoff).Die Vorteile sind, der Film reißt so gut wie gar nicht mehr. Er wird ausschließlich "trocken" geklebt. Die Oberfläche ist nicht so schnell zu beschädigen. Leider jedoch reißt er wirklich nicht mehr ab. Kommt es einmal vor, dass der Film aus der richtigen Filmbahn gerät (Verwicklung o.ä.), so neigt der Film dazu, alles was ihn hält wie z.B. Filmumlenkrollen, Arme des Spulenturms, ja sogar Transportrollen im Filmprojektor zu verbiegen oder gar abzureißen. Allerdings ist das Recycling alter Filmkopien der Umwelt zu Liebe leicht möglich, da Polyester ja „Kunststoff“ ist.
Vom Spulenturm aus geht es über diverse Umlenkrollen zum eigentlichen Filmprojektor. Hier findet der Projektionsvorgang statt. Das Herz eines Projektors ist der sogenannte Projektorkopf, wo schließlich Licht durch die Filmkopie fällt und das Bild durch das Filmobjektiv der Größe angepasst auf die Leinwand projiziert wird.
Der Film bleibt 24 mal pro Sekunde vor dem Bildfenster stehen und wird dabei bei uns mit einem 1000 oder 2000 Watt Lichtleistung Xenon-Kolben durchleuchtet. Dabei wird jedes Bild durch „optische Täuschung“ des menschlichen Auges zweimal (also mit 48 Hz) durch eine Umlaufblende auf die Leinwand geworfen.
Die Umlaufblende sorgt dafür, dass das Bild „steht“, obwohl das Bild tatsächlich von oben nach unten herunterläuft“.
An anderer Stelle am Projektorkopf wird dann der Ton zum Bild (analog, digital und oder der DTS-Timecode zur Steuerung des CD-ROM-Laufwerkes) abgetastet. Die Tonwiedergabe im Kino jetzt detailliert zu erklären wäre hier aus Platzgründen nicht möglich.
Jedenfalls liest der Lesekopf des jeweiligen Tonsystems die Daten und sendet diese zum Tonprozessor und dieser nach entsprechender Verarbeitung des Signals über die Endverstärker zu den jeweiligen angesprochenen Tonkanälen. Die im Tonrack installierten Prozessoren und Endverstärker sorgen für geballten Sound für Ihr Filmvergnügen!
Je nach Saalgröße wird der Digitalsound bei uns mit von 4.000 bis zu 11.000 Watt verstärkt. In unseren Vorführräumen stehen also High-End-Tonanlagen, die den Vergleich mit anderen Kinos – ja selbst Diskotheken oder Konzerten in keiner Hinsicht scheuen müssen.
Und das war die Geschichte wie´s funktioniert, denn unsere JBL-Lautsprecher hinter der Leinwand und an den Wänden sorgen nun für den „hörbaren“ Unterschied. Ob´s mal laut oder leise wird, Sie werden unsere Sound-Systeme sicherlich schon in ihrer hervorragenden Qualität gehört haben.
Ob im Kino 1 oder 2 – wir spielen immer DIGITALTON!
Sollten Sie Interesse daran haben, dies alles einmal zu sehen, so fragen Sie bitte unser Kassenpersonal. Unser Vorführer wird Ihnen unsere Vorführräume gerne einmal zeigen, sofern der Zeitpunkt dies zulässt. Wir bitten um Verständnis, dass das nicht immer 100%ig geschehen kann – doch Sie sind ja hoffentlich nicht nur einmal bei uns zu Gast.